Arbeiterviertel Sedansberg

Zur Hochzeit der Industriealisierung strömten Menschenmassen auf Arbeitssuche in die Stadt. Die Familien mussten oft beengte und schlechte Wohnverhältnisse hinnehmen. Neue Wohnviertel, wie hier am Sedansberg, wurden gebaut, um die Situation zu verbessern. Soziale Pionierleistungen der Stadt waren die Errichtung von Krankenhaus und Badeanstalt, an anderer Stelle nahmen die Arbeiter die Gestaltung ihrer Zukunft selbst in die Hand, zum Beispiel mit der Einrichtung einer Konsumgesellschaft. 

Start: Schwebebahnhof Alter Markt
Ziel: Schwebebahnhof Werther Brücke

Schwierigkeitleicht
Streckeca 3,5 Kilometer, Straße
Dauer1 Stunde
Anstiegca. 60 hm
Abstiegca. 60 hm
Startpunkt der Tour
51.26954°N 7.19790°E
Zielpunkt der Tour
51.27241°N 7.20699°E

Wegbeschreibung

Schwebebahnstation Alter Markt (1)
Der alte Markt war das historische Zentrum der Stadt Barmen. 1728 stand hier das erste Rathaus. Die 1903 in Betrieb genommene Station hieß deshalb auch "Rathausbrücke". In den 1960er Jahren abgerissen, wurde sie 1967 durch die heutige Station ersetzt, die mit Stahlseilen an zwei 38 m hohen Pylonen hängt.

Eisenbahnviadukt am Steinweg (2)
Seit den 1870er Jahren durchqueren zwei parallel der Talachse verlaufende Eisenbahnstrecken das Wuppertal. Das aus Ziegeln gemauerte Viadukt im Zentrum Barmens gehört zur nördlichen "Rheinischen Strecke". Es wurde mit Pilastern und einem Rundbogenfries aufwendig gestaltet.

Wohnhof Münzstraße (3)
Zwischen 1919 und 1931 errichtete die bis 1929 selbständige Stadt Barmen auf dem Sedansberg mehrere Anlagen mit Kleinwohnungen für Arbeiterfamilien. Alle Wohnungen sollten ausreichend besonnt und belüftet sein. Die Architektur nimmt Formen des "Bergischen Barock" und des Klassizismus auf.

Barmer Baugesellschaft für Arbeiterwohnungen (4)
Die erste Siedlung der von Industriellen gegründeten Baugesellschaft entstand ab 1872 auf dem Wichelhausberg. Die einfachen Zweifamilien-Doppelhäuser hatten 300-500 Quadratmeter große Grundstücke um eine teilweise Selbstversorgung zu ermöglichen. Sie wurden Facharbeitern im Mietkaufsystem angeboten.

Konsumgenossenschaft "Vorwärts" (5)
Hier organisierten sich ab 1899 Barmer Arbeiter, die sich die überteuerten Waren der Einzelhändler nicht mehr leisten konnten. 1904 wurde das Gelände an der Münzstraße erworben, wenig später entstand hier das "Kontorhaus". 1909 hatte die Genossenschaft bereits 11.000 Mitglieder und 200 Beschäftigte.

Hallenbad Kleine Flurstraße (6)
Die 1882 errichtete erste öffentliche “Badeanstalt” Barmens war mit Hallen-, Wannen-, Brause- und sogar einem luxuriösen “irisch-römischen” Bad ausgestattet. Mit dem erhöhten Mittelbau, Seitenschiffen und halbrunder Apsis erinnert die Architektur an römische Basiliken.

Erstes Barmer Krankenhaus (7)
1841 eröffnete die Stadt Barmen ihr erstes Krankenhaus am Kleinen Werth. Obwohl man die Kapazität mit mehreren An- und Neubauten von 24 auf 320 Betten erhöhte, entsprach die Anstalt bald nicht mehr den Anforderungen und wurde durch die 1904 -1911 errichteten Städtischen Krankenanstalten ersetzt.

Schwebebahnstation Werther Brücke (8)
Von drei im Jugendstil erbauten Schwebebahnstationen blieb die Werther Brücke als einzige erhalten. Nach Kriegsschäden wurde sie 1984 aufwendig restauriert. Der Bahnhof entstand nach dem Vorbild von Hochbahnstationen in Berlin und Paris, die sich über bockartigen Tragekonstruktionen erhoben.

 

 

 

 

 

 

 

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