Manuelskotten

Poröse Wände, aufgeweichter Boden, rostiges Inventar, aber: ohne Nässe könnte im Manuelskotten nicht gearbeitet werden. Seit 1755 ist das traditionelle Schleiferhandwerk hier lebendig. Noch heute werden im Auftrag eines Remscheider Unternehmens Spezialmesser für fleischverarbeitende Betriebe, sogenannte Cuttermesser, geschliffen.

Der Manuelskotten ist der letzte wasserbetriebene Schleifkotten in Wuppertal, in dem noch produziert wird. Über Arbeitsverfahren und Produkte informiert im Obergeschoss eine kleine Ausstellung. Einmalig in der Region: Mit Dampfmaschine, Dieselmotor, Generator und Elektromotor sind verschiedene Antriebsarten unter einem Dach versammelt. Man bekommt einen eindrucksvollen Überblick, wie erfindungsreich die Menschen waren, um die notwendige Energie für Arbeit zu gewinnen. Kernstück ist das riesige Wasserrad mit einem Durchmesser von über fünfeinhalb Metern. Es setzt die Transmission in Bewegung, die die Schleifsteine und Polierscheiben im Inneren antreibt.

Das Gebäude errichtete Emanuel Morsbach 1902 als Ersatz für einen abgebrannten Kotten. In seinen besten Zeiten haben bis zu 28 Männer an den Nass- und Trockenschleifstellen im Untergeschoß und an den Pliest- und Polierscheiben im Obergeschoß gearbeitet. Diese Schleifer waren zumeist selbständig, sie arbeiteten auf eigene Rechnung und mieteten Arbeitsplatz und Antrieb stundenweise an. 

Mit der Straßenbahn zum Arbeitsplatz am Bach

Der Manuelskotten liegt im Kaltenbachtal, früher Standort der Kleinindustrie, heute beliebtes Ausflugsgebiet. Allein hier gab es 1880 sechs Wasserkraftanlagen: zwei Hammerwerke, drei Schleifkotten und eine Mühle. Den Kotten kann man über eine schmale Straße erreichen – viel spannender jedoch ist die Fahrt mit der liebevoll restaurierten Museums-Straßenbahn, eine  Haltestelle ist nur wenige Meter entfernt. Auf der zauberhaften Waldstrecke, die von Kohlfurth nach Cronenberg hinauf führt, verbinden sich Natur und Technik. 

Natur erleben, wo früher gehämmert und geschliffen wurde

Die „Wiege der Industriekultur“ stand an der Wupper und ihren Nebenbächen. Der Erlebnisweg Wupper führt in diese industriegeschichtlich bedeutende Region und lässt ganz intensiv erleben, was aus ihr geworden. Der Rad- und Wanderweg, 21 Kilometer lang, bietet heute Idylle pur. Romantische Auen, kleine Siedlungen, bewaldete Täler, der rauschende Fluss ist immer nah. Die Natur hat das Tal zurück erobert.  Doch an zwei Orten unweit der Strecke kann man  den Schleifern heute noch bei der Arbeit zusehen und entdecken, wie es früher war: Am Wipperkotten und am Manuelskotten.

Adresse

Manuelskotten
Kaltenbacher Kotten 1
42349 Wuppertal
www.manuelskotten.de

Telefon:
+49 (0) 170 / 3 85 68 28
+49 (0) 202 / 5 14 17 60

Öffnungszeiten

April bis Oktober an jedem 2. und 4. Sonntag im Monat

In Absprache mit dem Fahrplan der Bergischen Museumsbahnen

Besichtigung durch Gruppen und Schulklassen nach Absprache

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