Wupperorte

Schon im 18. Jahrhundert trieb das Wasser der Wupper Spinn- und Webmaschinen an, zum Beispiel in Dahlerau. Dort wurde die Tuchfabrik "Johann Wülfing & Sohn" gegründet und entwickelte sich zu einem erfolgreichen Unternehmen. Fabriken entstanden aber auch an anderen Orten zwischen Krebsöge und Beyenburg, in den so genannten Wupperorten. Die Bevölkerungszahl nahm zu, Arbeitersiedlungen wurden gebaut, Einzelhandelsgeschäfte eröffnet.

Der Anschluss an das modernste Verkehrsmittel der Zeit, die Eisenbahn, kam Ende des 19. Jahrhunderts: Von 1885 bis 1889 wurde die Verbindung von Wuppertal über Beyenburg, Dahlerau, Dahlhausen nach Krebsöge und weiter nach Lennep und Radevormwald gebaut. Die Orte erhielten Bahnhöfe und viele Fabriken im Tal eigene Haltepunkte. So konnten sie ihrer Rohstoffe und fertigen Produkte besser transportieren.Die Strecke war eine Herausforderung für die Ingenieure: Eine Wupperbrücke nach der nächsten, Viadukte, unzählige Stützmauern in unwegigem Gelände, stellenweise dichter Wald.

Als sich in den 1950er Jahren der Verkehr immer mehr auf neu gebaute Straßen verlagerte, wurde der Schienenverkehr nach und nach eingestellt. Ein Teil der Strecke versank sogar in den Fluten der neu gebauten Wupper-Talsperre.

Wupperschiene heißt die alte Eisenbahnlinie heute. Ein Förderverein hat sich der Strecke angenommen und sie vor dem Verfall gerettet. Auf einem Teilstück werden heute Touren mit der Fahrrad-Draisine angeboten, geplant sind auch Sonderfahrten mit historischen Zügen. Die Fabriken in den Wupperorten wurden mit dem Niedergang
der Textilindustrie gegen Ende des 20. Jahrhunderts geschlossen, die meisten Geschäfte aufgegeben. Ehemalige Läden werden heute als Wohnhäuser genutzt.

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