Die Wupper

Schon immer nutzten die Menschen den Fluss. In vorindustrieller Zeit spielte die Fischerei eine große Rolle: Das Wasser der Wupper war klar, kühl und sauerstoffreich – ein idealer Lebensraum für viele Fischarten wie Lachse, Bachforellen oder Aale. Der Bestand war üppig. Es gab sogar eine Verordnung, nach der Arbeitgeber ihren Bediensteten nicht mehr als viermal wöchentlich Lachs vorsetzen durften.

Die Industrialisierung führte in eine neue Zeit. Zunächst hatte der menschliche Eingriff keine dramatischen Folgen. Kleinere Wehre wurden im Fluss gebaut, um die Wasserkraft zum Antrieb von Wasserrädern nutzen zu können. Doch mit der fortschreitenden Entwicklung nahm auch die Belastung zu.Die Wupper wurde zum "fleißigsten Fluss" Deutschlands, zur intensiv genutzten Gewerbelandschaft. Und immer mehr Betriebe leiteten ihre Abwässer hinein, immer mehr Menschen zogen an ihre Ufer, denn Arbeitskräfte wurden gebraucht.

So hatte der Fortschritt auch seinen Preis: Das Wasser der Wupper verschmutzte so stark, das es darin kein Leben mehr gab – bis in die 1970er Jahre. Dann setzten das Umdenken und damit die Veränderung ein. Heute gelten strenge Umweltauflagen. Sie haben dafür gesorgt, dass sich der Fluss erholt hat. Die Wupper ist wieder sauber geworden, ihre Wassergüte verbessert und stabilisiert sich von Jahr zu Jahr. Die Natur hat zur Ruhe gefunden und zeigt sich hier von einer wunderschönen Seite, wertvolle Naturschutzgebiete entstanden.

Viele seltene Tier- und Pflanzenarten sind wieder da, der Eisvogel jagt wieder nach Fischen, über 30 Fischarten finden heute im Fluss eine Lebensgrundlage und auch die Lachse kehren zurück.

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