Historisches Zentrum Wuppertal

Vom Leben und Arbeiten als die Fabriken entstanden

Lärm, Hitze, Hektik und Gestank, zwölf Stunden am Tag, sechs Tage in der Woche. Wie es war, im Wupper-Tal des 19. Jahrhunderts zu leben und zu arbeiten, machen die beiden Museen des Historischen Zentrums mit allen Sinnen erfahrbar.

Museum für Frühindustrialisierung

Laut wird es und der Boden bebt, wenn sich die alten Textilmaschinen in Bewegung setzen. Die Luft ist feucht und heißt, riesige Kolben stampfen, ein Rumpeln und Zischen erfüllt den Raum, Schwungräder wirbeln und Spinnmaschinen rattern. Gleich im Erdgeschoss des Museums spürt man, was es hieß, in einer Textilfabrik zu arbeiten.

1983 wurde das erste industriegeschichtliche Museum im Rheinland in einer ehemaligen Wuppertaler Bandfabrik eingerichtet, 2004 bedeutend erweitert und neu gestaltet. Geräte und Maschinen, Schautafeln, Modelle und moderne Medienstationen beschäftigen sich mit den Anfängen der Fabrikarbeit, mit der veränderten Arbeitswelt und dem Alltag der Arbeiter in all seinen Facetten: Ernährung, Wohnen, Schule, Religion, Kinderarbeit, Armenwesen.

Engels-Haus

Das Engels-Haus dokumentiert den Lebensweg von Friedrich Engels (1820-1895): Vom Unternehmersohn zum politisch engagierten Journalisten und Mitbegründer des Wissenschaftlichen Sozialismus, vom Engagement in der 1848/49er Revolution bis zur Führungsrolle in der internationalen Arbeiterbewegung. Sein Leben wurde von den sozialen Veränderungen durch die Industrialisierung geprägt.

Engels war ein Kind aus Barmen : Geboren als Sohn einer Fabrikantenfamilie im heutigen Wuppertaler Stadtteil. Sein Großvater, der Textilfabrikant Johann Caspar Engels, hatte es aus bescheidenen Anfängen mit Sparsamkeit und Fleiß zu Wohlstand gebracht. Davon zeugt das Wohngebäude, das heutige Engels-Haus, das er 1775 errichten ließ. Ausgestattet ist es mit Wandmalereien und Mobiliar aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert. 

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