Die Brücke: Zahlen, Daten, Fakten

Als die Brücke 1897 dem Verkehr übergeben wurde, galt sie als technisches Wunderwerk: 107 Meter hoch und 465 Meter lang überspannt sie das Tal bei Müngsten und verkürzt den Schienenweg zwischen Solingen und Remscheid von 44 auf rund acht Kilometer.

Bereits in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts regten beide Städte den Bau an. Der preußische Landtag bewilligte 1890 rund fünf Millionen Mark und konnte sich schließlich über einen deutlich sparsameren Entwurf freuen: Die tatsächlichen Kosten betrugen 2,64 Millionen Mark, wenig mehr als die Hälfte der veranschlagten Summe. Den Zuschlag zur Errichtung erhielt die Maschinenbau-Aktien-Gesellschaft Nürnberg (MAN).

Die komplizierte Montage war bahnbrechend und zukunftsweisend: Nachdem zunächst sechs turmartig aufragende Tragepfeiler errichtet worden waren, wuchsen die Teile des Bogens von beiden Talseiten millimetergenau aufeinander zu. Feierliche Eröffnung war im Juli 1897, rund dreieinhalb Jahre nach dem ersten Spatenstich.

Die Eisenkonstruktion wiegt 5000 Tonnen und wird von 934.456 Nieten zusammengehalten. Der Legende nach befindet sich darunter auch ein goldener Niet – gefunden wurde er noch nicht.

Zunächst trug das imposante Bauwerk den Name des Kaisers. Er kam 1899 sogar nach Solingen, um es zu bestaunen. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Niedergang der Monarchie wurde aus der Kaiser-Wilhelm-Brücke die Müngstener Brücke.

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