Balkhauser Kotten

Im Balkhauser Kotten im Tal der Wupper kann man dem Schleifer noch heute über die Schulter schauen. Aus der Arbeitsstätte von damals wurde ein Schleifermuseum von heute, in der die alte Solinger Handwerkstradition bewahrt wird. Doch ist der Kotten nicht nur Museum, sondern Lebensraum: bewohnt und belebt von einem Ehepaar, das hier arbeitet und das Museum für einen Förderverein betreut.

Der ursprüngliche Doppelkotten zeigt noch heute die alte Wassermechanik: Ein Wehr staut den Fluss, damit das Wasser entnommen werden kann. Durch den Obergraben fließt es zum unterschlächtigen Wasserrad. Das  hat einen Durchmesser von vier Metern und besitzt 32 Schaufeln, die jeweils über einen Meter breit sind. Je nach Wasserstand dreht sich das Rad etwa sechs Mal in der Minute und treibt Steine und Scheiben an. Früher drehte es sich sogar 18 Mal in der Minute und erreichte damit eine Leistung von rund 30 PS.

Im heutigen Forum des Kottens informieren Tafeln über die Geschichte, die Arbeitstechnik und den Alltag in einem Schleifkotten. Wie früher sieht es  in der Schleifstube aus: An den Wänden hängen Ritzwerkzeuge und solche zum Festhalten der Klinge beim Schleifen, der große Schleifstein ist von einem „Steingeschirr“ umgeben, das bei der Arbeit  vor Verletzungen sichert. Der Stein wurde ständig mit Wasser gekühlt. Um nicht mehr als nötig nass zu werden, schützte man sich mit Schürze und „Blotschen“.

Doppelkotten gab es am Wupperufer seit dem 16. Jahrhundert. Sie wurden nach dem Vorbild von Kornmühlen gebaut. Der Fachwerkbau des heutige Balkhauser Kotten stammt aus dem 18. Jahrhundert. Der Außenkotten musste jedoch 1950 dem Straßenbau weichen.

Adresse

Schleifermuseum Balkhauser Kotten
Balkhauser Kotten 2
42659 Solingen
www.balkhauser-kotten.de

Telefon: +49 (0) 212 / 3 83 54 53
Mobil: +49 (0) 179 / 212 42 32

Öffnungszeiten

Dienstags bis Sonntags:
10.00–17.00 Uhr

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